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E-Auto-Förderung 2026: Was Sie in Deutschland bekommen, und was Sie jährlich zahlen

18. August 2026· Wise EV

Deutschland ist der größte Markt für Elektroautos in Europa. 545.142 Neuzulassungen waren es 2025, ein Plus von 43 Prozent. Zum Vergleich: Großbritannien kam auf 473.348, Frankreich auf 326.922, Spanien auf 101.627.

Und 2026 hat Deutschland die Regeln komplett neu geschrieben. Seit dem 19. Mai 2026 können Sie die neue Kaufprämie beantragen. Sie ist einkommensabhängig, sie gilt rückwirkend, und sie hat eine Frist, die viele übersehen.

Dazu kommt eine gute Nachricht, die im Dezember 2025 fast untergegangen ist: die Kfz-Steuerbefreiung wurde verlängert. Und sie geht beim Verkauf auf den nächsten Besitzer über.

Dieser Artikel erklärt beides mit konkreten Zahlen, Stand August 2026. Danach der kurze Vergleich mit vier anderen europäischen Märkten, damit Sie einordnen können, wo Deutschland steht.

Inhalt

Die Kaufprämie 2026 im Überblick

PunktRegelung
Höhe1.500 bis 6.000 Euro
Einkommensgrenze80.000 Euro Haushalt, 85.000 mit einem Kind, 90.000 ab zwei Kindern
Gilt abErstzulassung ab 1. Januar 2026, rückwirkend
Antrag möglich seit19. Mai 2026
Frist12 Monate ab Erstzulassung
GebrauchtwagenNicht förderfähig
LeasingFörderfähig

Wer bekommt wie viel

Die Prämie setzt sich aus Bausteinen zusammen:

BausteinBetrag
Batterieelektrisch (BEV), Basisab 3.000 Euro
Plug-in-Hybrid, Basis (mind. 80 km elektrische Reichweite)ab 1.500 Euro
Pro Kind, maximal zwei Kinderje 500 Euro
Haushaltseinkommen unter 60.000 Euro1.000 Euro
Haushaltseinkommen unter 45.000 Euroweitere 1.000 Euro
Realistisches Maximum6.000 Euro

Ein Beispiel: Familie mit zwei Kindern, zu versteuerndes Haushaltseinkommen 44.000 Euro, kauft ein BEV. Das sind 3.000 Basis, 1.000 für die Kinder, 1.000 für die Grenze unter 60.000, noch einmal 1.000 für die Grenze unter 45.000. Macht 6.000 Euro.

Dieselbe Familie mit 82.000 Euro Einkommen bekommt gar nichts. Die Grenze liegt bei 90.000 ab zwei Kindern, also wäre sie noch dabei. Bei 92.000 wäre Schluss.

Maßgeblich ist der Durchschnitt Ihrer beiden letzten Steuerbescheide. Wer 2025 ein außergewöhnlich gutes Jahr hatte, sollte nachrechnen, bevor er plant.

Antrag, Fristen, Unterlagen

Die Reihenfolge ist wichtig, weil die Prämie rückwirkend gilt, der Antrag aber erst seit Mai möglich ist.

Wenn Ihr Auto zwischen dem 1. Januar und dem 19. Mai 2026 zugelassen wurde, können Sie den Antrag jetzt nachholen. Sie haben 12 Monate ab dem Datum der Erstzulassung. Bei einer Zulassung im Januar bedeutet das: Frist im Januar 2027.

Das brauchen Sie:

  • FIN des Fahrzeugs
  • Zwei aktuelle Steuerbescheide, nicht älter als drei Jahre
  • Kindergeldnachweis, falls Sie den Kinderbonus beantragen
  • EU-Übereinstimmungsbescheinigung bei Plug-in-Hybriden, als Nachweis der 80 km
  • BundID für die digitale Identifizierung

Die BundID ist der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben. Die Einrichtung dauert je nach Verfahren ein paar Tage. Wer die Frist knapp plant, sollte damit anfangen, nicht mit dem Rest.

Kfz-Steuer: befreit bis maximal 2035

Hier hat sich zum Jahreswechsel etwas geändert, das oft falsch wiedergegeben wird.

Das Achte Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes wurde am 22. Dezember 2025 verkündet und trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Die Regelung lautet:

  • Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030
  • Befreiung für bis zu zehn Jahre
  • Ende der Befreiung spätestens am 31. Dezember 2035

Das sind zwei verschiedene Daten, und sie werden häufig vermischt. Entscheidend für Sie ist das erste: Ihr Auto muss bis Ende 2030 erstzugelassen sein. Wie lange die Befreiung dann läuft, hängt vom Zulassungsdatum und dem Deckel 2035 ab.

Wer bisher eine Befreiung hatte, die auf den 31. Dezember 2030 begrenzt war, bekommt im Laufe des Jahres 2026 automatisch einen neuen Bescheid. Sie müssen nichts tun und nichts beantragen.

Gebrauchtwagen: keine Prämie, aber ein Vorteil

Die Kaufprämie gilt ausschließlich für Neuwagen. Das trifft Deutschland härter als andere Länder, weil der deutsche Gebrauchtmarkt für E-Autos der größte in Europa ist.

Aber es gibt einen Vorteil, der beim Gebrauchtkauf oft übersehen wird: die restliche Kfz-Steuerbefreiung geht auf Sie über. Beim Halterwechsel übernehmen Sie den verbleibenden Zeitraum automatisch, ohne eigenen Antrag. Ein Fahrzeug mit Erstzulassung 2023 hat noch etwa sieben Jahre Befreiung übrig, und die gehören ab dem Kauf Ihnen.

Worauf Sie beim gebrauchten E-Auto sonst achten sollten:

Batteriezustand prüfen lassen. Ein State of Health unter 80 Prozent kostet Sie Reichweite und Wiederverkaufswert. Lassen Sie sich ein Zertifikat geben, bevor Sie unterschreiben.

Der Wertverlust arbeitet für Sie. Ein zwei bis drei Jahre altes E-Auto kostet typischerweise 30 bis 50 Prozent weniger als der Neuwagen. Das ist mehr als jede Prämie auf dieser Seite, und zwar deutlich.

Schnellladehistorie erfragen. Fahrzeuge, die überwiegend am DC-Schnelllader hingen, zeigen oft höhere Degradation.

Mehr dazu in unserem Ratgeber zum gebrauchten E-Auto.

Der Rest Europas im Vergleich

Alle fünf Märkte, die wir bei Wise EV beobachten, haben 2026 ihre Regeln geändert. Kurz sortiert:

LandMaximale Förderung (Neuwagen)Einkommensabhängig?Gebrauchtwagen?Jährliche Steuer
🇩🇪 Deutschland6.000 EuroJaNein0 Euro, befreit bis max. 2035
🇬🇧 Großbritannien3.750 £ (Stufe 1) oder 1.500 £ (Stufe 2)NeinNein200 £/Jahr, plus 440 £ ab 50.000 £ Listenpreis
🇫🇷 Frankreich7.700 EuroJaNein0 Euro für Privatpersonen
🇪🇸 Spanien4.500 EuroNein, aber PreisgrenzeNeinKommunale IVTM, bis zu 75 % Rabatt
🇺🇦 UkraineKeine. Mehrwertsteuerbefreiung zum 1.1.2026 gestrichenn/an/a20 % Einfuhrumsatzsteuer plus 1 Euro je kWh

Frankreich zahlt nach Steuerbescheid: 5.700, 4.700 oder 3.500 Euro je nach Referenzeinkommen, plus 1.200 bis 2.000 Euro Zuschlag für europäische Batterien. Preisgrenze 47.000 Euro, Gewichtsgrenze 2.400 kg, dazu ein Umweltscore von mindestens 60 von 80 Punkten. An diesem Score scheitern mehrere Importmodelle.

Großbritannien hat zwei Förderstufen, und die meisten Autos landen in der kleineren. Über die Stufe entscheiden die Fertigungsemissionen, zu 70 Prozent die der Batteriezellfertigung. Modelle aus China, Südkorea und Mexiko sind deshalb meist außen vor. Gleichzeitig ist Großbritannien das einzige der fünf Länder, das eine echte laufende Steuer auf Elektromobilität aufbaut, inklusive einer geplanten Kilometerabgabe ab April 2028.

Spanien hat MOVES III durch den Plan Auto+ ersetzt. Der rechnet in Prozenten: 50 Prozent für reine Elektroautos, bis zu 25 Prozent Preisbonus, bis zu 25 Prozent Herkunftsbonus für EU-Montage und EU-Batteriepack. Über 45.000 Euro netto gibt es gar nichts.

Die Ukraine ist der Gegenentwurf. Dort wurde die Mehrwertsteuerbefreiung für Importe zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Ein gebrauchter Import kostet jetzt rund 2.800 bis 3.000 US-Dollar mehr an der Grenze. Trotzdem wurden 2025 rund 84.400 gebrauchte E-Autos importiert.

Was das über fünf Jahre bedeutet

LandFörderungKfz-Steuer über 5 JahreSaldo
Deutschland (mittleres Einkommen, 1 Kind)−3.500 Euro0 Euro−3.500 Euro
Frankreich (mittleres RFR plus Zuschlag)−6.200 Euro0 Euro−6.200 Euro
Spanien (EU-Bau, unter 35.000 Euro)−4.500 Eurorund 300 Euro−4.200 Euro
Großbritannien (36.000 £, Stufe 1)−3.750 £+810 £−2.940 £
Großbritannien (52.000 £, ohne Förderung)0 £+2.570 £+2.570 £

Beispielrechnung. Ohne Strom, Versicherung, Wartung und Wertverlust, die alle größer ausfallen als jede Zahl in dieser Tabelle.

Und genau das ist der Punkt. Der Wertverlust allein übersteigt jede Prämie auf dieser Seite. 4.500 Euro sind ungefähr das, was ein Mittelklasse-Stromer in den ersten acht Monaten verliert. Nehmen Sie die Förderung mit. Aber stecken Sie Ihre Recherchezeit in die Frage, welches Auto seinen Wert hält.

Durchrechnen können Sie das mit echten Strompreisen und Restwertkurven im Wise EV Vergleichsrechner.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die E-Auto-Förderung 2026 genau? Zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Basis sind 3.000 Euro für ein reines Elektroauto und 1.500 Euro für einen Plug-in-Hybrid mit mindestens 80 km elektrischer Reichweite. Dazu kommen 500 Euro je Kind für maximal zwei Kinder sowie 1.000 Euro bei einem Haushaltseinkommen unter 60.000 Euro und weitere 1.000 Euro unter 45.000 Euro.

Ich habe im Februar 2026 zugelassen und noch keinen Antrag gestellt. Ist der Zug abgefahren? Nein. Die Förderung gilt rückwirkend für Erstzulassungen ab dem 1. Januar 2026, und Sie haben 12 Monate ab Ihrem Zulassungsdatum Zeit. Anträge sind seit dem 19. Mai 2026 möglich. Kümmern Sie sich früh um die BundID, das ist meist der langsamste Schritt.

Gibt es eine Förderung für gebrauchte E-Autos? Nein, die Kaufprämie gilt nur für Neuzulassungen. Was beim Gebrauchtkauf aber bleibt, ist die restliche Kfz-Steuerbefreiung. Die geht ohne Antrag auf Sie über.

Bekomme ich die Förderung auch beim Leasing? Ja, Leasing ist förderfähig. Die Einkommensgrenzen und die übrigen Bedingungen gelten unverändert.

Bis wann muss mein E-Auto zugelassen sein, damit die Kfz-Steuerbefreiung greift? Bis zum 31. Dezember 2030. Die Befreiung läuft dann bis zu zehn Jahre, endet aber in jedem Fall spätestens am 31. Dezember 2035.

Wie wird ein Elektro-Dienstwagen 2026 versteuert? Die private Nutzung wird mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat angesetzt statt mit 1 Prozent. Die Preisgrenze wurde auf 100.000 Euro angehoben, für Fahrzeuge, die nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden.

Quellen

Alle Angaben geprüft am 17. August 2026. Förderprogramme ändern sich häufig, teils unterjährig. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor dem Kauf beim offiziellen Portal.

#E-Auto Förderung#Kfz-Steuer#Kaufprämie 2026#Gebrauchtwagen#Kaufberatung