Hyundai Kona Electric Vergleich: Mégane E-Tech im Test

Der Hyundai Kona Electric gehört seit Jahren zu den bekanntesten Elektroauto Stadtautos in der Kompaktklasse, und der Renault Megane E-Tech tritt mit nahezu identischen Eckdaten gegen ihn an. Wer einen Hyundai Kona Electric Vergleich sucht, stößt schnell auf widersprüchliche Angaben zu Leistung, Drehmoment und Reichweite. Die Ursachen liegen meist in unterschiedlichen Batteriegrößen, Ausstattungslinien und Messständen. Dieser Beitrag ordnet die verfügbaren Testwerte ein und zeigt, wo sich die beiden Modelle im Alltag tatsächlich unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ausgangslage: Zwei Stadtstromer mit engen Eckdaten
- Batterie und Ladeleistung im Alltag
- WLTP-Verbrauch und reale Reichweite
- Innenraum, Platzangebot und Kofferraum
- Infotainment, Software und Assistenz
- Ausstattung, Wärmepumpe und Preise
- Fahrprofil: Stadt, Pendeln und Langstrecke
- Häufige Fragen
- Quellen
Die wichtigsten Erkenntnisse
Kernaussage
Erläuterung
DC-Ladeleistung
Der Renault Megane E-Tech lädt mit maximal 130 kW, der Hyundai Kona Electric mit 100 kW. Beide Werte stammen aus dem AUTO BILD Test und dem Ludego-Vergleich.
Variante festlegen
Leistung und Drehmoment schwanken je nach Version stark. Vor jedem Vergleich sollten Batteriegröße und Ausstattungslinie identisch sein.
Verbrauch
Der Kona Prime nennt 14,9 kWh/100 km nach WLTP, der Megane Techno 16,6 kWh/100 km. Der Renault liegt damit rund 11 Prozent darüber.
Reichweitenplausibilität
Die veröffentlichten WLTP-Reichweiten lassen sich nicht aus Batteriekapazität und Verbrauch ableiten. Die Werte sollten im Konfigurator gegengeprüft werden.
Platz und Last
Der Megane bietet bei umgeklappter Rückbank 1332 Liter, der Kona 1300 Liter. Der Kona hat mit 420 kg die höhere Zuladung, der Megane mit 900 kg die höhere Anhängelast.
Software
Das Google-basierte Infotainment des Megane arbeitet laut AUTO BILD ungefähr auf dem Niveau des Mercedes-MBUX. Das Hyundai-System wirkt dagegen grafisch schlichter.
Wechselstromladung
Der Megane Techno ist optional mit 22 kW AC erhältlich, der Kona Prime lädt mit 11 kW.
Ausgangslage: Zwei Stadtstromer mit engen Eckdaten
Beide Fahrzeuge folgen derselben Auslegung: rund 4,20 Meter Länge, Frontantrieb, ein Synchron-Elektromotor an der Vorderachse und Batterien zwischen 60 und 65 kWh Nettokapazität. AUTO BILD nennt im Test von 2022 für den Kona 64 kWh und für den Megane EV60 60 kWh, der Ludego-Vergleich von 2025 führt den Kona Prime mit 65,4 kWh netto. Die Unterschiede liegen also eher im Detail als im Grundkonzept.

Abmessungen und Gewicht
Der Kona misst laut Ludego-Vergleich 4287 mm in der Länge und 1836 mm in der Breite, der Megane 4200 mm und 1768 mm. Der Renault ist damit rund 87 mm kürzer und 68 mm schmaler. Beim Leergewicht liegt der Kona je nach Ausstattung zwischen 1690 und 1870 kg, der Megane Techno bei 1783 kg.
Antrieb und Motorisierung
Die Leistungsangaben variieren je nach Quelle. AUTO BILD führt den 64-kWh-Kona mit 150 kW (204 PS) und den Megane EV60 mit 160 kW (218 PS). Der Ludego-Vergleich nennt für den Kona Prime 160 kW, aber 255 Nm Drehmoment statt der 395 Nm aus dem AUTO BILD Test. Im Sprint auf 100 km/h stehen 7,8 Sekunden (Kona Prime) gegen 7,1 Sekunden (Megane Techno).
Batterie und Ladeleistung im Alltag
Bei der Gleichstrom-Schnellladung ist der Renault klar im Vorteil. Der Megane lädt laut AUTO BILD mit maximal 130 kW, der Kona mit 100 kW, und der Ludego-Vergleich bestätigt diese Werte. Entscheidend ist jedoch die Ladekurve, denn die Spitzenleistung gilt nur über einen begrenzten Ladebereich.
DC-Schnellladung mit 100 und 130 kW
Rechnerisch benötigt der Kona bei gleich bleibender Leistung rund 30 Prozent mehr Zeit als der Megane, denn 130 kW zu 100 kW ergibt eine Zeitersparnis von etwa 23 Prozent. In der Praxis begrenzen Ladesäule, Batterietemperatur und Ladezustand den Verlauf. Wer überwiegend an Säulen mit geringer Leistung lädt, bemerkt den Unterschied kaum.
AC-Laden und Wallbox
Beim Wechselstrom sind die Unterschiede deutlicher. Der Kona Prime lädt laut Ludego-Vergleich mit 11 kW, der Megane Techno mit 22 kW. Für Besitzer mit dreiphasigem Hausanschluss bedeutet das eine deutlich kürzere Vollladung über Nacht, sofern die Wallbox und die Hausinstallation mitspielen.
Tipp: Vergleichen Sie Ladezeiten immer als Dauer von 10 auf 80 Prozent und nicht anhand der Nennleistung. Die Ladekurve sagt mehr über den Alltag aus als der Spitzenwert.
WLTP-Verbrauch und reale Reichweite
Beim WLTP-Verbrauch liegt der Kona Prime mit 14,9 kWh/100 km vor dem Megane Techno mit 16,6 kWh/100 km. Die Reichweitenangaben des gleichen Vergleichs lauten 514 km für den Kona und 450 km für den Megane. Die Verbrauchs- und Reichweitenwerte passen rechnerisch aber nicht sauber zusammen.
Verbrauchswerte im Vergleich
Der Kona Prime arbeitet effizienter, obwohl seine Batterie mit 65,4 kWh netto größer ist als die des Megane mit 60 kWh. Der niedrigere Verbrauch wirkt sich daher direkt auf die Stromkosten pro Kilometer aus. Für die Effizienz zählt der Verbrauch je 100 km, unabhängig von der Batteriegröße.
Einordnung der Reichweitenangaben
Rechnerisch ergeben 65,4 kWh geteilt durch 14,9 kWh/100 km rund 440 km, nicht 514 km. Beim Megane ergeben 60 kWh und 16,6 kWh/100 km etwa 360 km statt 450 km. Solche Differenzen entstehen häufig, wenn Brutto- und Nettokapazität vermischt oder Werte aus verschiedenen Ausstattungen kombiniert werden.
Eine Reichweitenangabe ist nur so belastbar wie die nutzbare Batteriekapazität und der Verbrauch, aus denen sie abgeleitet wird.
Der ÖAMTC hat beide Modelle gemeinsam mit dem VW ID.3 getestet und die gemessene Reichweite in den Mittelpunkt gestellt. Diese Messwerte ergänzen die Normangaben und sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.
Tipp: Rechnen Sie jede Reichweitenangabe mit der nutzbaren Batteriekapazität und dem WLTP-Verbrauch nach. Weicht das Ergebnis deutlich ab, fragen Sie die Werte der konkreten Ausstattungsvariante beim Händler ab.
Innenraum, Platzangebot und Kofferraum
Bei den Grundvolumina liegt der Megane leicht vorn. Ludego nennt für den Renault 440 Liter bei Standardbeladung und 1332 Liter bei umgeklappter Rückbank. Der Kona Prime kommt auf 466 Liter, dazu 27 Liter im Vorderwagen, und 1300 Liter bei umgeklappten Sitzen.
Die Unterschiede sind klein, und im Alltag entscheiden eher Ladekante und Form des Laderaums. Die genannten Quellen bewerten die Raumverhältnisse im Fond nicht, deshalb sollte man die Sitzposition bei einer Probefahrt selbst prüfen.
Kofferraumvolumen und Zuladung
Bei der Zuladung kehrt sich das Bild um: Der Kona Prime kommt auf 420 kg, der Megane Techno auf 375 kg. Wer regelmäßig mit vier Personen und Gepäck fährt, erreicht die Grenze beim Renault früher. Dafür zieht der Megane mit 900 kg Anhängelast an den Kona mit 750 kg vorbei.
Sitzkomfort und Ausstattung der Sitze
Der Kona Prime bietet laut Ludego-Vergleich ergoActive-Sitze mit Massage, elektrische Sitze und eine elektrische Heckklappe. Beim Megane Techno fehlen diese Komfortfunktionen, Sitzheizung und beheizbares Lenkrad gibt es nur im Winter-Paket. Wer viel Zeit im Auto verbringt, sollte diese Punkte in die Gesamtbewertung einbeziehen.
Infotainment, Software und Assistenz
Hier setzt der Renault den deutlichsten Akzent. AUTO BILD bescheinigt der Google-basierten Software des Megane ein Niveau ungefähr auf Höhe des Mercedes-MBUX, mit zügigen Reaktionen, übersichtlichen Menüs und kräftiger Farbdarstellung. Das Display des Kona ist laut Test kleiner und grafisch schlichter.
Google-Software im Renault
Die Kooperation mit Google bildet die Grundlage für Navigation, Sprachbedienung und Apps im Megane. Der Test markiert das System als erstes Produkt dieser Partnerschaft bei Renault und als neue Infotainment-Generation der Marke. Im Vergleich wirkt die Bedienlogik des Kona dadurch älter.
Sprachsteuerung und Fehlerbilder
Im Test scheiterte die Sprachsteuerung des Megane an einem Befehl: „Navigation stumm!“ führte zu einem Ort namens Stumm in Österreich. Andere Befehle zu Navigation, Temperatur, Audio und Fahrzeugeinstellungen wurden laut AUTO BILD verstanden. Das Hyundai-System versagte dagegen bei den Fahrzeugeinstellungen, was bei einem bislang als verlässlich geltenden System auffällt.
Ausstattung, Wärmepumpe und Preise
Die Wärmepumpe steigert bei beiden Modellen die Reichweite im Winterbetrieb. Beim Kona ist sie laut Test serienmäßig, beim Megane kostete sie im Testzeitraum 2022 einen Aufpreis von 1950 Euro. Preise ändern sich regelmäßig, deshalb ist dieser Wert nur als historischer Anhaltspunkt zu verstehen.
Kriterium
Hyundai Kona Electric
Renault Mégane E-Tech
Batteriekapazität netto
64 kWh (AUTO BILD), 65,4 kWh (Ludego)
60 kWh (EV60)
DC-Laden maximal
100 kW
130 kW
AC-Laden
11 kW
22 kW (Techno)
WLTP-Verbrauch
14,9 kWh/100 km
16,6 kWh/100 km
Kofferraum (Rückbank umgeklappt)
1300 Liter
1332 Liter
Infotainment
Kleineres, grafisch schlichteres Display
Google-Software, etwa auf MBUX-Niveau
Serienausstattung versus Aufpreis
Der Kona Prime enthält laut Ludego-Vergleich Wärmepumpe, Klimaautomatik mit zwei Zonen und elektrische Heckklappe. Der Megane Techno bietet Klimaautomatik und Wärmepumpe ebenfalls, Sitzheizung und beheizbares Lenkrad aber nur im Winter-Paket. Ein fairer Preisvergleich setzt gleiche Ausstattungslinien voraus.
Welche Varianten sich vergleichen lassen
Ludego stellt den Kona Prime dem Megane Techno gegenüber, AUTO BILD den Kona 64 kWh dem Megane EV60. Die Batterien und Ausstattungen sind damit nicht identisch, und Aussagen zu Leistung oder Verbrauch beziehen sich auf unterschiedliche Stände. Für ein belastbares Angebot sollten daher Batteriegröße und Ausstattungslinie übereinstimmen.
Fahrprofil: Stadt, Pendeln und Langstrecke
Für den Stadtbetrieb sprechen beim Kona der niedrigere Verbrauch, die höhere Zuladung und der Ausstattungsumfang. Der Megane punktet mit der höheren Ladeleistung und dem kürzeren Außenmaß. Die Entscheidung hängt daher davon ab, wo das Auto überwiegend lädt und wie viel Energie pro Kilometer anfällt.

Pendelbetrieb und Wallbox-Laden
Bei täglich wenigen Dutzend Kilometern ist die WLTP-Reichweite zweitrangig, da ein nächtlicher Ladevorgang genügt. Hier bestimmt der Verbrauch die Kosten, und der Kona liegt mit 14,9 kWh/100 km vorn. Der Megane kann dafür mit 22 kW an Wechselstrom laden, wenn die Wallbox das unterstützt.
Langstrecke und Schnellladeplanung
Auf Strecken mit Schnellladehalten zählt die Ladeleistung über den gesamten Ladebereich, nicht der Spitzenwert. Der Megane mit 130 kW hat hier den Vorteil, sofern die Säule die Leistung auch tatsächlich liefert. Wer den Kona auf Langstrecke einsetzt, sollte Ladepausen gezielt an Standorten mit hoher Leistung planen.
Im Vergleichstool von Wise EV lassen sich beide Modelle anhand dieser Kennzahlen nebeneinander prüfen.
Häufige Fragen
Welcher ist der bessere Stadtstromer, Kona oder Megane?
Für den reinen Stadtbetrieb mit Wallbox-Laden punktet der Kona mit niedrigerem WLTP-Verbrauch und höherer Zuladung. Wer häufig an Schnellladern lädt oder Wert auf modernes Infotainment legt, ist mit dem Megane besser bedient. Eine pauschale Empfehlung ohne Abgleich von Batterie und Ausstattung ist nicht belastbar.
Lädt der Renault Megane E-Tech wirklich schneller als der Hyundai Kona Electric?
Ja, die Angaben von AUTO BILD und Ludego nennen für den Megane maximal 130 kW gegenüber 100 kW beim Kona. Die tatsächliche Ladezeit hängt jedoch von der Ladekurve, der Säule und dem Ladezustand ab.
Welche Batteriegröße hat der Hyundai Kona Electric?
Der AUTO BILD Test nennt 64 kWh, der Ludego-Vergleich 65,4 kWh netto für den Kona Prime. Maßgeblich ist die Angabe der konkreten Version im Datenblatt des Herstellers.
Warum passen Reichweite und Verbrauch oft nicht zusammen?
Die Werte stammen häufig aus unterschiedlichen Ausstattungen oder Berechnungsgrundlagen. Eine Gegenrechnung aus nutzbarer Batteriekapazität und WLTP-Verbrauch zeigt schnell, ob eine Angabe plausibel ist.
Ist beim Megane eine Wärmepumpe erhältlich?
Ja, sie war im Test gegen Aufpreis verfügbar, AUTO BILD nannte 1950 Euro im Jahr 2022. Aktuelle Preise sollten im Konfigurator des Herstellers geprüft werden.
Welche Erfahrungen haben Sie im Alltag mit einem dieser beiden Modelle gemacht, und welches Kriterium war für Ihre Entscheidung am wichtigsten?
Quellen
- AUTO BILD Test: Hyundai Kona Elektro gegen Renault Megane E-Tech
- Ludego E-Auto Vergleich 2025 mit technischen Daten und Ausstattung
- ÖAMTC Test: Renault Megane E-Tech und Hyundai Kona Elektro gegen VW ID.3